Schweizer Vorpremiere: Chrigu

Noch nie hatten wir einen so prominenten Lokalmatador: Mit Chrigu zeigen wir einen Langenthaler Low-Budget-Film, der gerade im Begriff ist, gross Furore zu machen. Berlin, Korea, München, Shanghai waren bisher seine Stationen. Im September ist Schweizer Kino-Start, am 6.8.07 die Vorpremiere in der Marktgasse.
Man hat vor zwei Jahren in Langenthal da und dort von Chrigu Zijörien gehört, dem lebenslustigen jungen Mann, der noch grosse Pläne hatte – die von einem Tumor durchkreuzt wurden. Chrigu kämpft um sein Leben. Er hat viele gute Leute um sich. Mit denen er tanzt und hofft. Eines Tages sagt er aber doch zu seinem Freund: "Lass uns zusammen einen Film machen, ich steige dann irgendwann mal aus."
Dann stirbt Chrigu. Sein Freund und Co-Regisseur sowie die ganze Filmcrew machen den Streifen fertig. Die "Mundartisten" – ebenfalls eine Langenthaler Crew – machen die Musik dazu. Im Februar 07 startet der "Chrigufilm" an der Berlinale. Die Berliner Morgenpost schreibt:
Ähnlich verspielt, aber im wahrsten Sinne des Wortes todernst ist "Chrigu" von Jan Gassmann und Christian Ziörjen. Christian, genannt Chrigu, ist schwer krebskrank, und er hebt die Kamera hoch, und filmt sich beim Kampf fürs Leben und gegen das Sterben. Ein unerschütterlicher Twen mit albernen Kumpels, der Videoclips für deren Band dreht, im Privatfernsehen Kommentare gegen die Konsumgesellschaft spricht und Halt findet im Elternhaus in den Bergen, bei Papa, dem Öko-Bauern.
Es gibt genügend Spielfilme, die den Weg zum Sterben zum Thema haben, und meist ist die Tränendrüse der Adressat der fiktiven Geschichte. Dass unser "Chrigu" tatsächlich stirbt und sein Freund Jan Gassmann dann den Film beendet, löst bemerkenswerter Weise wenig Trauer aus. Weil das Sterbensdokument ein gefilmtes Stück Lebenslust darstellt, wie das Testament eines Verstorbenen, man möge doch auf seinem Grab tanzen und ihn gut in Erinnerung behalten. Das tun wir bei "Chrigu". Als Filmemacher und als Mensch.
Wer es als kleiner Low-Budget-Film an der Berlinale – einem der grossen Film-Festivals weltweit – in die grossen Medien schafft, darf sich freuen. Über den Low-Budget-Film aus langenthal brachte ZDF-aspekte einen grösseren Beitrag. Der SonntagsBlick "witterte einen Filmhit". Der Berner "Bund" bezeichnete Chrigu als den bewegendsten Film der Berlinale. Die Chrigu-Crew freute sich. Die Geschichte nahm seinen Lauf: Athen (ein Berlinale-Ableger), dokfest München, Jeonju International Filmfestival in Korea, Shanghai – Kinostart im Herbst.
Für Langenthal und das Sommerkino eine unglaubliche und einmalige Film-Geschichte. Wir werden hier im SommerkinoBlog (versuchen) noch weitere Beiträge dazu zu bringen. Vorerst empfehlen wir die Chrigufilm-Website.
Wir zeigen Chrigu am Montag, 6. August 2007 in der Marktgasse.
PS: Das vollständige Sommerkino-Programm 07 erscheint am 25. Juni.

